Sein Lehrer war
Boris Arapow, bei dem er 1964 bis 1967 in Leningrad studierte. Seitdem
lebt Knaifel in St Petersburg als freischaffender Komponist und
Musikredakteur. Schon in seinen ersten Werken weicht Knaifel den
geltenden Regeln und der offiziellen Musikästhetik aus.
Er wird Mitglied der avantgardistischen Komponistengruppe, die
am Anfang der 60er Jahre in Moskau (u.a. Denissow, Gubaidulina,
Schnittke), Kiew (u.a. Silwestrow) und Tallin (u.a. Pärt) entsteht.
Dennoch lehnt er die Tradition nicht ab und lässt sich von
der Zweiten Wiener Schule und von Schostakowitschs Werk beeinflussen.
Zunächst zeichnen sich seine Kompositionen durch hohe Intensität
und einen expressiven Stil aus, kompositorische Techniken und so-nore
Möglichkeiten werden erforscht.
In den 70er Jahren ändert sich jedoch Knaifels Stil. Sein
Schaffen verlangsamt sich zu Gunsten größerer und strukturierterer
Werke, Theatralisches verliert sich oder wird sublimiert. Sparsamkeit
des materiellen Aufwands und Konzentration auf den Klang als entscheidendes
Ereignis stehen jetzt im Vordergrund: "Die Klänge sind
für mich Zeichen von der Existenz der Schönheit. Schönheit
ist für mich das Wichtigste – sie ist Energie, sie ist
unwiederholbar, so Knaifel. Im Grenzbereich von Philosophie, Psychologie
und Esoterik an-gesiedelt sind die Werke der 90er Jahre stark von
einer religiösen Thematik ge-prägt."
Knaifel hat bis heute ein umfangreiches Schaffen aus Musiktheaterstücken,
sinfonischen Kompositionen, Filmmusiken, Kammer- und Vokalmusik
vorgelegt. Bedeu-tende Interpreten wie Mstislaw Rostropowitsch,
Gennadi Roschdestwenski oder Alexej Ljubimov haben seine Werke interpretiert. |